Glaube aus philosophischer Sicht
Auch die Philosophie beschäftigt sich seit sehr langer Zeit mit der Frage, was Wissen und Glauben voneinander unterscheidet. Was kann ich eigentlich sicher wissen? Was nehme ich nur an? Wann ist eine Überzeugung begründet? Und kann man etwas glauben, obwohl man es nicht vollständig beweisen kann? Hier wird es interessant, denn wir Menschen leben ständig mit Annahmen, die wir nicht mathematisch beweisen können. Ich vertraue darauf, dass mein Gegenüber mir die Wahrheit sagt. Ich vertraue darauf, dass morgen die Welt noch einigermaßen so funktioniert wie heute. Ich vertraue darauf, dass meine Erinnerungen nicht komplett erfunden sind. Ich kann vieles davon begründen, aber nicht alles mit absoluter Sicherheit beweisen. Trotzdem richte ich mein Leben danach aus.
Philosophisch betrachtet ist Glaube deshalb nicht automatisch etwas Unvernünftiges. Eine Überzeugung kann Gründe haben, auch wenn sie kein mathematischer Beweis ist. Natürlich bedeutet das nicht, dass jede beliebige Behauptung dadurch wahr wird, dass jemand fest daran glaubt. Wenn ich behaupte, mein Kühlschrank sei eigentlich ein verkleideter Außerirdischer, wird das durch meinen Glauben daran nicht plötzlich zur wissenschaftlichen Tatsache. Das wäre dann doch etwas dünn. Glaube braucht also einen Gegenstand und Gründe, auf denen dieser Glaube beruht. Im christlichen Glauben ist dieser Gegenstand nicht irgendeine anonyme Energie, sondern Gott und ganz besonders Jesus Christus.
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