Und was sagt die Psychologie dazu?
Auch die Psychologie kann sich mit dem Glauben beschäftigen. Sie kann untersuchen, warum Menschen glauben, welche Auswirkungen Glaube auf einen Menschen haben kann und welche Rolle Vertrauen, Hoffnung, Gemeinschaft, Identität und persönliche Erfahrungen dabei spielen. Ein Mensch kann durch seinen Glauben Halt bekommen. Er kann Hoffnung entwickeln, mit schwierigen Situationen anders umgehen und sein Leben an bestimmten Werten ausrichten. Glaube kann das Denken und Handeln eines Menschen beeinflussen. Aber hier müssen wir sauber unterscheiden: Die Psychologie kann untersuchen, was Glaube im Menschen bewirkt. Sie kann damit aber nicht automatisch beweisen, ob Gott existiert oder nicht existiert. Wenn jemand durch seinen Glauben Frieden empfindet, ist das psychologisch interessant. Es ist aber kein wissenschaftlicher Gottesbeweis. Genauso wenig wäre es ein Beweis gegen Gott, wenn ein Mensch durch seinen Glauben psychische Probleme bekommt. Das sind unterschiedliche Fragestellungen.
Und auch hier wird es spannend. Denn der Mensch glaubt ohnehin an vieles. Jeder Mensch hat Vorstellungen darüber, was richtig und falsch ist, was wichtig ist, was seinem Leben Sinn gibt und wem oder was er vertrauen kann. Die Frage ist also nicht unbedingt: „Glaubst du?“, sondern vielmehr: „Woran glaubst du?“ Und noch wichtiger: „Wem vertraust du?“ Denn das, worauf ich mein Vertrauen setze, kann mein Leben ziemlich stark bestimmen. Wenn ich mein gesamtes Vertrauen in Geld setze, wird Geld irgendwann zum Mittelpunkt meines Lebens. Wenn ich mein Vertrauen ausschließlich in Menschen setze, werde ich vermutlich irgendwann enttäuscht werden. Menschen sind schließlich Menschen. Wenn ich mein Vertrauen aber auf Gott setze, dann geht es um eine ganz andere Grundlage.
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